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Cheneau-Korsett
Unser Betrieb ist einer der wenigen in Berlin, die in der Lage
sind Skoliosen
fachgerecht mit Korsetts zu behandeln. Wir sind stolz darauf eine
Erfahrung von mehr als 20 Jahren auf diesem Gebiet aufzuweisen und
damit die gesamte Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte mitgemacht
zu haben. Die ständige Weiterentwicklung der Orthesen
und der Behandlungsprinzipien war nur durch ständige Weiterbildung
auf dem jeweils aktuellen Stand zu halten.
Die Skoliose
ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule. Mit der seitlichen
Verbiegung geht immer auch eine Rotation einher.
Man unterscheidet zwischen den statischen Skoliosen,
verursacht durch beispielsweise eine Beinlängendifferenz, und
den idiopatischen Skoliosen,
deren Name schon aussagt, dass deren Herkunft unbekannt ist.
Der größte Teil der jugendlichen Skoliosen
ist idiopatisch. Die jugendliche Skoliose
hat eine große Chance auf Heilung indem man das Wachstum ausnutzt
und die Wirbelsäule durch ein Korsett in die richtige Richtung
lenkt. Es versteht sich von selbst, dass die Heilung besser ist,
wenn noch eine größere Wachstumspotenz vorhanden ist.
Wenn die Behandlung erst am Ende der Wachstumsphase begonnen wird,
wo die Deformität der einzelnen Wirbel schon zu groß
ist, kann die Progredienz
sehr häufig nur aufgehalten werden.
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In der Vergangenheit hat man versucht, die Skoliose
durch Rumpfgipse zu beeinflussen. Der sogenannte Cotrell-Gips war
lange Zeit ein Begriff. Man hat versucht, die Wirbelsäule an
den konvexen Seite zu fassen und an der konkaven Seite ein Fenster
zu schneiden, damit sich die Wirbelsäule nach dort ausdehnen
konnte. Oftmals wurde unter den Gips an der konvexen Seite eine
aufblasbare Luftkammer geschoben, um eine Korrektur zu erhalten.
Über die Luftkammer sollte eine passive Korrektur erreicht
werden. Leider war der gefensterte Expansionsraum auf der konkaven
Seite viel zu klein. Nebenbei sehen Sie einen Solchen Gips, der
gefenstert ist. Im Schnittbild sieht man sehr schön, wie mit
der Rotation der Wirbelsäule auch eine Deformität der
davon abgehenden Rippen einhergeht.
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Die Skolioseorthesen
heutiger Zeit bezeichnet man als aktive Derotationsorthesen. Sie
sind aus Kunststoff und drücken nicht passiv in eine bestimmte
Richtung. Vielmehr schaffen sie an der konvexen Seite der Wirbelsäule
eine Anlage, um dann an der konkaven Seite einen Freiraum zu schaffen.
Durch diese Technik ist der Brustkorb gezwungen die Ausdehnung während
der Inspiration in den Freiraum auf der konkaven Seite zu vollziehen.
Da die Rippen, bedingt durch die erwähnte Rotation, sich ebenfalls
zu Bergen und Tälern wölben, werden an den "Tälern"
die Freiräume und an den "Bergen" die Anlagen geschaffen.
Diese Zonen, die sich immer entsprechend der Rotation gegenüber
liegen, sind entsprechend der unterschiedlichen 4 Rotationsebenen
über den Körper verteilt. Nebenstehend ein Schnitt durch
eine Rotationsebene, in der man deutlich erkennen kann, wie sich
Druckzonen und Freiräume abwechseln.

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Die Freiräume sollten so groß wie irgend möglich
gestaltet werden, damit der Brustkorb und damit auch die Wirbelsäule
entsprechend Freiraum zur Korrektur erhält. Dies kann durchaus
auch zu kosmetischen Nachteilen beim Tragen eines solchen Korsetts
führen. Wenn jemand ein solches Korsett ohne Vorkenntnisse
zum ersten Mal sieht könnte er durchaus zu der Erkenntnis kommen,
dass dieses überhaupt nicht passgerecht sei, weil es an so
vielen Stellen gar nicht anliegt. Nebenstehend ein solches Korsett.
Deutlich sieht man auf dem Körper die Vorwölbungen und
"Täler", die beim Korsett zu Druckzonen und Freiräumen
werden. Insgesamt gibt es bei einem solchen Korsett 48 beschriebene
Zonen, die bei diesem Korsett beachtet werden müssen. Mit zunehmender
Weiterentwicklung dieser Orthesen
werden es mehr.
Aufgrund des Wachstums ist es erforderlich, dass das Korsett jährlich
erneuert werden muss. Während des Tages ist es wichtig, dass
das Korsett 23 Stunden am Tag getragen wird. Da es die Aufgabe der
Wachstumslenkung übernimmt wird ein zeitweise Weglassen der
Orthese
sofort wieder zu einer Verschlechterung führen.
Zu beachten ist es, dass während der Tragedauer eines solchen
Korsetts parallel Bewegungübungen durchgeführt werden,
die zur Lockerung der Wirbelsäule und zum Training der Muskulatur
führt. In vielen Fällen wird eine spezielle Atemtherapie
geübt, die es auch ohne Korsett erlaubt, in die konkaven Zonen
hineinzuatmen.
Die Abschulung der Korsetts findet grundsätzlich nach Abschluss
des Wachstums statt. Dies ist auf dem Röntgenbild an verschiedenen
Stellen an der Reife des Skelettes erkennbar. Hierfür wird
sehr häufig der Beckenkamm (Risserzeichen 4) herangezogen.
Auch an der Hand ist der Abschluss des Wachstums erkennbar. Dies
ist bei Jungen etwa der Abschluss des achtzehnten Lebensjahres,
bei Mädchen zwei Jahre nach der ersten Menstruation.
Sehr häufig wird es nicht gelingen die Skoliose
völlig zu beseitigen. Je nachdem zu welchem Zeitpunkt die Behandlung
begonnen wurde, kann es schon als Erfolg gewertet werden, wenn die
Progredienz
aufgehalten wurde. Sehr häufig muss auch hingenommen werden,
dass die Wirbelsäule nach der Abschulung wieder leicht in die
Verkrümmung zurückfällt.
Verkrümmungen im Alter können mit diesen Derotationsorthesen
nicht mehr versorgt werden. Sollten diese Wirbelsäulen zu Beschwerden
führen wird man versuchen mit Bettungsorthesen die Schmerzzustände
zu lindern.
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