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Schulter
Gelenke und Passteile

 

Die Schulter

Bei der Amputation der Schulter wird die prothetische Versorgung noch um ein gutes Stück schwieriger; neben Handgelenk und Ellbogen muss auch noch das Schultergelenk mechanisch ersetzt werden. Daher spielt das Gewicht eine entscheidende Rolle: Je leichter diese Prothese, desto kleiner die erforderliche Kontaktfläche zum Stumpf oder Rumpf und desto höher der Tragekomfort.

 

 

Den Schaft bildet bei dieser Amputationsart eine Schulterkappe, die je nach vorhandenen Konturen kleiner oder großflächiger ausfallen muss. Die Fixierung dieser Kappe erfolgt über eine Bandage zur erhaltenen Seite. Ist die Schulterhöhe vorhanden, lässt sich eine solche Schulterkappe gut adaptieren. Insbesondere bei traumatischen Amputationen fehlt diese allerdings und es gibt nur noch den Thorax als Anlage. Hierbei besteht die Schwierigkeit darin, ein Abrutschen der Kappe zu verhindern.

 

 

 

Die sinnvollste Versorgung nach der Schulteramputation bietet nach unserer Erfahrung eine Hybrid-Prothese: Ein mechanisches Schultergelenk, ein mechanisches Ellbogengelenk, sperrbar mit Lifter, und eine myoelektrische Hand. Die Abbildung zeigt eine solche Lösung im Rohbau.

 

 

 

Die Verwendung elektrischer Ellbogen ist prinzipiell zwar auch möglich, aber problematisch durch das hohe Gewicht: Ein solcher Arm wiegt 2,5 Kg.

Im abgebildeten Fall ist eine Amputation durch den Schultergürtel erfolgt. Die Aufhängung der Prothese ist nicht mehr an der Schulterhöhe möglich. Es besteht lediglich eine Anlage am Thorax. Diese Anlage muß relativ groß ausfallen und zur gegeüberliegenden Seite herüberreichen, damit die Prothese nicht abrutscht. Das Schultergelenk ist mechanisch, der Ellenbogen und die Hand elektrisch gesteuert.

Die Ansteuerung der myoelektrischen Gelenke erfolgt über zwei Elektroden, die an dem Thorax anliegen. Es handelt sich um eine Proportionalsteuerung. Die Umschaltung von der Hand auf den Ellenbogen funktioniert über einen Umschalter, der mit dem Kinn erreichbar ist. Der Ellenbogen ist in der Lage bis zu 30Kg zu heben

 

 
 

Das anbremsbare Schultergelenk ist sowohl bei Schulterexartikulation als auch bei Schultergürtelamputation geeignet. Das in zwei Ebenen bewegliche Schultergelenk wird durch Schienen mit dem Prothesenoberarm und über einen Eingussring mit der Schulterkappe verbunden. Die Vor- und Rückführung sowie die Abspreizung sind stufenlos einstellbar. Die Beweglichkeit kann angebremst werden.