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Rückfußstümpfe

Rückfußstümpfe haben den großen Vorteil, dass sie trotz Längenverlust endständig belastbar sind. Die Prothese übernimmt neben ihrer Funktion, den fehlenden Vorfuß zu ersetzen, auch die Aufgabe, das Längendefizit auszugleichen. Rückfußstümpfe sind zur Not auch ohne Prothese voll belastbar, abgesehen davon, dass man aufgrund der fehlenden Länge etwas humpelt. Zur Stumpfdeckung wird grundsätzlich die Fersenhaut herangezogen, die durch ihren Aufbau besonders für volle Belastung geeignet ist.

 

 

Pirogoff/Spitzy-Stumpf

Diese Amputationsart bedingt eine Verkürzung von zwei bis drei Zentimetern. Das Fersenbein wird aufgefrischt und gekippt und in die dafür vorgesehene Malleolengabel eingesetzt. Gleichzeitig wird der Malleolus medialis und lateralis abgetragen. Die Knochen werden mit Kirschnerdrähten fixiert und die Fersenhaut als Stumpfdeckung benutzt. Das Ergebnis ist ein endständig belastbarer Stumpf ohne Knöchelgelenk.

 

 

Für die Prothesenversorgung wird eine Karbonschale hergestellt, die von hinten das Fersenbein umklammert und somit das Hinausrutschen aus dem Prothesenschaft verhindert. Nach vorn ist die Karbonspange zur Schienbeinanlage ausgebildet, damit sie in der Lage ist die nötigen Kräfte beim Abrollen aufzunehmen. Ein Klettband an der Wade fixiert die vordere Schale am Bein. Innerhalb dieser Karbonschale befindet sich ein Weichwandschaft, der die Aufgabe der Polsterung übernimmt. Gerade bei Patienten mit Diabetes mellitus muss diese Polsterung insbesondere am Stumpfende hervorragend ausfallen. Wir verwenden Polstermaterialien, die kompressibel, hautfreundlich und schockabsorbierend sind. Die Karbonschale bildet den eigentlichen Prothesenschaft und wird mit einem auf die entsprechende Höhe zugeschliffenen Prothesenfuß verklebt. Für den normalen Gang verwenden wir gewöhnliche Füße ohne zusätzliche Funktionen. Für besonders aktive Amputierte kann dieser Schaft auch mit energiespeichernden Füßen (Syme low profile) verbunden werden. Diese Füße sind in der Lage Energie aufzunehmen und während der Abstoßphase wieder freizugeben. Das Gewicht einer Pirogoff-Prothese liegt bei 500 Gramm.

 

 
 

Syme-Amputation

Auch diese Amputationsart ist vollständig endbelastbar, obwohl das Fersenbein nicht mehr im Stumpf verbleibt. Das komplette Knöchelgelenk wird resiziert und fibula und tibia abgerundet. Die Endbelastbarkeit wird lediglich durch die gut gepolsterte herumgeschlagene Fersenhaut verursacht. Der Syme-Stumpf hat eine Verkürzung von ca. sechs Zentimetern. Durch die umgeschlagene Fersenhaut ergibt sich am Ende des Stumpfes eine polsternde Weichteilverdickung, die zum Aufhängen der Prothese genutzt werden kann.

 

 
 

Der Karbonschaft muss etwas umfassender gearbeitet werden als bei der Pirogoff-Prothese, da es keine knöcherne Aufhängung für die Prothese gibt. Um den Schaft kosmetischer gestalten zu können, wird er gefenstert. Nur oberhalb der Weichteilverdickung von der Fersenhaut wird eine Spange in das Fenster gearbeitet, die den Stumpf am Hinausrutschen hindert. Innerhalb des Karbonschaftes befindet sich ein gut gepolsterter Weichwandschaft. Um ganz sicher zu gehen, dass gerade bei Diabetes mellitus keine Scheuerstellen am Stumpf entstehen, kann zusätzlich auf dem Stumpf ein Derma-Seal-Strumpf getragen werden. Es handelt sich hierbei um einen mit Gel beschichteten Stumpfstrumpf, der die Haut pflegt und schützt. Allerdings muss dieser Strumpf schon bei der Anfertigung der Prothese berücksichtigt werden, da er etwas aufträgt. Den Strumpf sowie geeignete Pflegemittel für Stumpf und Prothesenschaft erhalten Sie ebenfalls bei uns.

Da die Verkürzung sechs Zentimeter beträgt, passen in der Aufbauhöhe komplette Prothesenfüße unter den Schaft. Diese können konventionell verschraubt werden und erlauben auch über die Verschraubung eine nachträgliche Stellungsveränderung. Selbstverständlich wird die Konstruktion nach der Anprobe kosmetisch verkleidet. Wir nutzen zur Verkleidung eine Kosmetikhaut, die in der Farbgebung dem erhaltenen Bein auch nachträglich angepasst werden kann. Mögliche Fußpassteile finden Sie auf der entsprechenden Seite.
Eine solche Prothese wiegt 600-700 Gramm. Da der Stumpf nicht mehr in den Fußbereich hineinragt, ist das Tragen jeglicher Konfektionsschuhe unproblematisch.