Bei der Hüftexartikulation
bleibt kein Oberschenkelstumpf erhalten, der eine Prothese
steuern könnte. Diese muss daher mit dem Becken geführt
werden. Während bei der Oberschenkelamputation
der erhaltene Oberschenkel einen guten Halt beim Sitzen bietet,
ist bei der Hüftexartikulation
der Halt auf der Stuhlfläche auf der amputierten Seite sehr
gering.
Jeder Zentimeter, der evtl. vom Hüftkopf oder Schenkelhals
noch erhalten werden kann, hilft diese Situation zu verbessern.
Was sich hier beim Sitzen positiv auswirkt, kann allerdings unter
kosmetischen Gesichtspunkten beim Laufen negativ sein!
Der Schaft
fasst bei der Hüftexartikulation
zwangsläufig das Becken ein. Früher wurde das gesamte
Becken gefasst um einen entsprechenden Halt zu bieten.
Moderne Techniken wie der tuberumgreifende Schaft (CAT-CAM) und
Schäfte aus Karbonfaser ermöglichen es heute, mit der
Fassung des halben Beckens auszukommen. Zur Fixierung der Beckenhalbschale
wird lediglich noch eine Bandage zur nichtamputierten Seite benötigt.
Die Hüftgelenke sind bei modernen Konstruktionen vorn am Beckenkorb
angeschlagen. Dadurch wirken sie sich beim Sitzen nicht störend
aus und sind im Stehen gegen das Einknicken gesichert.
Kosmetisch
lässt sich eine solche Prothese
recht unauffällig gestalten. Eventuell wird ein entsprechender
Beckenausgleich notwendig, um die Übergänge gut herstellen
zu können. Die Steuerung
der Prothese
erfolgt mit dem Becken. Eine gute Kreuzbeinanlage im Beckenkorb
ermöglicht es durch Flexion des Beckens das Bein nach vorn
zu nehmen und so den Schritt zu machen. Intelligente Karbonfedersysteme,
die statt der früher üblichen Rohre in die Prothese
eingebaut werden, übernehmen dank ihrer Elastizität heute
weitgehend diese Aufgabe. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf,
um sich solche Lösungen demonstrieren zu lassen.